16. Juni 2012 Klimaschutz

pro Passivhaus: pro grün schaltet sich in den aktuellen Streit um den Neubau des Kreishauses ein
Hier finden Sie die ausführliche Stellungnahme von Dieter Dubisch. Siehe auch die heutige Ausgaber der Neuen Westfälischen.

Der Kreis Paderborn hat letztes Jahr ein Klimaschutzprogramm erarbeitet. Pro grün war daran beteiligt. In mehreren Arbeitskreisen wurden Vorschläge gesammelt (siehe www.progruen-pb.de unter Themen - Klimaschutz). Wichtigste Forderung  war, dass die Energieeinsparung und  – effizienzsteigerung höchste Priorität bekommen müsse – neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien (Wind+Solar).

Dazu gehört u.a. der Passivhausstandard im Neubaubereich.  Der Kreis muss als Vorbild vorangehen und den „Stand der Technik“  einsetzen, bevor er in wenigen Jahren europaweit von privaten Bauherren verlangt wird.  Schon in einer seiner ersten Reden kündigte der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Ramsauer für die Bundesregierung an, dass das PH bis 2020 zum Standard werden soll. Auch das Bundesumweltamt kommt bei einer Untersuchung zu dem Schluss, dass das Passivhaus das wirtschaftliche Konzept für die Zukunft ist.  Man muss etwa mit 10% Mehrkosten rechnen.

Die scheinbar höheren Preise relativieren sich allerdings, wenn die Folgekosten berücksichtigt werden.  Die Energieeinsparung gegenüber dem durchschnittlichen Verbrauch erreicht immerhin den Faktor 10! Andere Städte (z.B. Frankfurt) und Kreise (z.B. Lippe) machen es vor - weil es am wirtschaftlichsten ist!  Auch zur Finanzierung hatte  pro grün eine Anregung: Die Mehrkosten könnten über einen Bürgerfond oder eine Bürgergenossenschaft aufgebracht werden. Bürgerinnen und Bürger können ihr Geld sicher anlegen und erhalten eine gute Rendite. Anlässlich der Eröffnung der 16. Internationalen Passsivhaustagung 2012 sagte Prof.Dr.Dr.Ernst Ulrich von Weizsäcker:  “Das Passivhaus …ist also eine fantastische Innovation und heute bereits absolut rentabel“. Das Passivhaus-Konzept stellt an die Ausführenden aber besonders an den Planer hohe Qualitätsanforderungen. Architekten und Bauunternehmen könnten die Chance nutzen, durch Qualifizierung aller Beteiligten und Zertifizierung des fertigen Gebäudes die eigene Zukunftsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Übrigens: Viele Argumente der Gegner entpuppen sich bei näherem Hinsehen meist als Vorurteile, die längst widerlegt sind. Es spricht daher alles Pro Passivhaus. er heute einen Neubau errichtet und dabei nicht den Passivhausstandard  berücksichtigt, verbaut im wahrsten Sinne des Wortes die Zukunft. Wenn dies durch einen öffentlichen Bauherrn wie den Kreis Paderborn erfolgt, wird  gegenüber der Öffentlichkeit eine völlig falsche Signalwirkung erzeugt. Jeder private Bauherr wird daraus schlussfolgern, dass die Passivhausbauweise zu teuer und damit unwirtschaftlich ist. Damit werden die energie-politischen Zielsetzungen der Bundesregierung unterlaufen.

Dieter Dubisch

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