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1. Dez. 2010 Radfahrsicherheit

Radwegeplanung
Der Radweg als Risiko - ein Podiumsdiskussion

Presseecho in der NW vom 1. Dezember

Den Artikel in der NW finden Sie bei den Anlagen

Haben Sie den Radfahrer nicht gesehen?


Haben Sie den Radfahre gesehen
                     
Als Autofahrer kennen Sie die Situation.
Fernab der Straße schießt ein Radfahrer über die Einmündung, in die Sie einbiegen wollen. Der Schulterblick ermöglicht Ihnen nicht den Radfahrer wahrzunehmen. Sie bremsen abrupt und wünschten sich, nach einer Beinahekollision mit dem Radfahrer, diesen früher gesehen zu haben. Sind solche Situationen vermeidbar ?
Diese Frage stand im Zentrum einer Podiumsdiskussion des Bündnisses für mehr Sicherheit im Straßenverkehr in der vergangenen Woche.  Die  geladenen Experten Thomas Schuh (Radwegeplaner Stadt Bünde), Dieter Dubisch (pro grün), Armin Mommen (Aktionsgemeinschaft Radfahren in Paderborn & OWL) Michael Rüngeler (Kreis Paderborn) und Martin Zischer(ADFC) diskutierten mit interessierten Zuhörern über die Paderborner Radverkehrswegesituation. Lediglich die Stadt hatte, zu aller Erstaunen, auf Anweisung des Bürgermeisters  keinen offiziellen Vertreter schicken dürfen. Allerdings waren die bei der Verwaltung zuständigen Mitarbeiterinnen Frau Hoischen und Frau Schmidt privat gekommen und beteiligten sich aus dem Publikum heraus konstruktiv an der Diskussion. Die Veranstalter der Podiumsdiskussion betonten übereinstimmend, dass sie sowohl mit dem Landrat mit Straßenbauverwaltung und Kreispolizeibehörde als auch mit den Mitarbeitern der Stadt Paderborn gut zusammenarbeiten könnten und bei allen ein offenes Ohr  für die Probleme der Radfahrer fänden.   
Interesse weckte das positive Beispiel der fahrradfreundlichen Stadt Bünde. Thomas Schuh beschrieb anschaulich den über zehnjährigen Prozess, der erfolgreich zur Verkehrssicherheit und Radfahrerfreundlichkeit der Stadt Bünde beigetragen hat. Dabei ist überraschend, dass dieser Weg eben nicht mit hohen Investitionen verbunden war und mit Blick auf den touristischen Nutzen eine völlig andere politische Bewertung erfährt. Besucherströme zum ‚1000 Räder Tag Bünde’ oder den pausierenden Fahrradgästen des die Stadt begleitenden Radfernweges zeigen die Wirksamkeit der Maßnahmen.

Ganz anders ist es in  Paderborn, wo vorhandene Radfernwege außer Acht gelassen werden und Radwege gebaut werden, deren Benutzung äußerst fragwürdig erscheint.  Letztlich dient die Fahrradbenutzung der Entlastung der Innenstadt vom Autoverkehr und erhöht dadurch ihre Attraktivität insgesamt, auch für Besucher von auswärts und Käufer. Zudem – so machte Dieter Dubisch als Sprecher von pro grün einmal mehr deutlich – ist das Fahrrad das umweltfreundlichste Verkehrsmittel und seine vermehrte Benutzung kann einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz darstellen.

 Die Initiative für Radfahrer in Paderborn erarbeitet Ergebnisse, die sie allen zuständigen Institutionen in Stadt und Kreis zukommen lässt. Weitere aktive Mitplaner dürfen sich gerne beteiligen. Ansprechpartner sind bei ‚pro grün’ Dieter Dubisch ( 0 52 93 - 10 48)  und bei  der ‚Aktionsgemeinschaft Radfahren in Paderborn und OWL’ Armin Mommen (0 52 54 - 6 49 82 94). Beide Vereine sind Mitglieder in der ‚Initiative für Radfahrer in Paderborn’.

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