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24. März 2009 Naturschutz

Naturschutzverbände gegen Ausverkauf von Waldflächen in der Eifel
Die Resolution unseres Dachverbandes LNU (Landesverband der Natur- und Umweltschutzverbände) protestiert gegen den Verkauf von 2.653 Hektar Staatswald in der Eifel.
Bitte die Resolution auch persönlich per Brief oder e-Mail an Landtagsabgeordnete schicken.

Resolution gegen Waldverkauf in der Eifel

Resolution der LNU-Mitgliederversammlung am 21. März 2009 in Köln zum Waldverkauf in der Eifel

Das Land Nordrhein-Westfalen will im Kreis Euskirchen insgesamt 2.653 Hektar Staatswald verkaufen, um mit den Erlösen von rund 25,5 Millionen Euro in erster Linie den Landeshaushalt zu konsolidieren. In der Landtagsanhörung am 6. Februar 2009 lehnten die betroffenen Eifelgemeinden Dahlem, Kall, Mechernich, Hellenthal, Nettersheim und Blankenheim, der Kreis Euskirchen, der BDF und die IG BAU sowie die anerkannten Naturschutzverbände LNU, NABU, BUND und SDW dieses Vorhaben entschieden ab.

Ein Staatswaldverkauf aus Gründen der Haushaltskonsolidierung stellt einen Paradigmenwechsel in der Forstpolitik unseres Landes dar und birgt eine erhebliche Gefahr für den öffentlichen Wald in NRW insgesamt, denn es ist nicht auszuschließen, dass dies gerade von hoch verschuldeten Kommunen als entsprechendes Signal gewertet wird, dem Beispiel der Landesregierung zu folgen. Die Stadt Hagen überlegt bereits, ihren rund 1.700 Hektar großen Stadtwald komplett
zu veräußern.


Der geplante Verkauf steht zudem im krassen Widerspruch zu dem im November 2008 vom Landeskabinett gebilligten Liegenschaftskonzept des Landesbetriebes Wald und Holz NRW. Dieses gibt als Ziel die „Sicherung und Vermehrung der landeseigenen Waldflächen und anderer ökologisch wertvoller Flächen“ vor. Lediglich Streubesitz von geringer wirtschaftlicher Bedeutung soll verkauft werden. Zwar spricht das Umweltministerium vom Verkauf von „Eifelrestflächen“. Bei einem Gesamtumfang von fast 2.700 Hektar, verteilt auf nur sechs Forstorte, kann jedoch keinesfalls von einer Veräußerung von Splitterbesitz gesprochen werden.

Die zum Verkauf stehenden Flächen sind in weiten Teilen Schutzgebiete. Dazu gehören

  • die landesweit bekannten und besonders schützenswerten Bärlauch-Kalkbuchenwälder im Bereich des Urfttales,
  • die artenreichen Talwiesen und Hangwälder zu Füßen der Wildenburg,
  • die Kalkbuchenwälder im Bereich des Weyerer Waldes und angrenzende orchideenreiche Magerrasen sowie
  • wertvolle Auenbereiche im Bereich des Schutzgebietsnetzes „Ahr 2000“.

Der öffentliche Wald, also Staats- und Kommunalwald, ist per Gesetz verpflichtet, sich bei der Bewirtschaftung am Gemeinwohl zu orientieren. Diese Verpflichtung ist gerade für unser Bundesland von besonderer Bedeutung, denn Nordrhein-Westfalen ist nicht nur das bevölkerungsreichste Bundesland, sondern es hat mit einem Anteil von nur 13 % schon heute den mit Abstand geringsten Staatswaldanteil.

Die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) als Dachverband von über 80 Vereinen mit zusammen 350.000 Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen fordert die Landesregierung auf, grundsätzlich keinen Staatswald zur Konsolidierung des Haushalts zu verkaufen und die im Nachtragshaushalt veranschlagten 25,5 Millionen Euro ersatzlos zu streichen.

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