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11. Mai 2009 Naturschutz: Senne

Geänderte Karte und Pressemitteilung
Wir haben eine geänderte Karte erstellt und in einer Pressemitteilung kommentiert:

Pressemitteilung
Aktuelle Karte als PNG (700k)
Aktuelle Karte als PDF (700k)

Nach der Pressemeldung der Briten vom 28.4.09 und dem Behördeninformationstermin mit Generalmajor Mungo Melvin in Arnsberg sickert allmählich durch, welche der ursprünglich geplanten Baumaßnahmen zurückgenommen werden sollen. Diese Rücknahmen stehen allerdings zur Zeit noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das britische Verteidigungsministerium.Es könnte also alles auch noch ganz anders kommen.

Aus naturschutzfachlicher Sicht ist dabei insbesondere der Verzicht auf die Betonierung der 49 km Panzerstraßen zu begrüßen. Auch die Rücknahme von drei der sechs neuen Kampfdörfer, eines Schießhauses und des Höhlenkomplexes beiAugustdorf ist mehr als nur ein erfreulicher Etappensieg. Zudem ist der Fortfall des Kampfdorfes nordöstlich von Oesterholz in der Kammersenne als sehr positiv zu bewerten: Mit diesem Standort würde ein ökologisch besonders wertvoller Bereich geschädigt.

Aber dennoch sind wir weit entfernt von der Erfüllung unserer Forderung: Keine neuen Kampfdörfer in der Senne!Es muss weiterhin befürchtet werden, dass auch die verbliebenen vorgesehenen Ausbaumaßnahmen (auf unserer beigefügten Karte durch rote Kreise herausgehoben) eine Intensivierung des Übungsbetriebes nach sich ziehen und damit für das schützenswerte Ökosystem der Senne ebenso wie für die Menschen in den Anrainergemeindeneine vermehrte Belastung bedeuten würden.

Dies war auch die einhellige Meinung der mittlerweile auf 16 Unterstützergruppen angewachsenen Initiative des Aktionsbündnisses und der Umweltverbände, die sich am vergangenen Donnerstag in Schlangen zu einer Strategiebesprechung über das weitere Vorgehen getroffen hatte. Auf jeden Fall soll die Unterschriftenaktion gegen die Ausbaupläne auf den gleichenVordrucken fortgesetzt werden. Die Listen sind lediglich ergänzt durch die Hinzunahme weiterer Unterstützergruppen. Sie können weiterhin von der Internetseite ‚KeineKampfdoerfer’ herunter geladen werden.

Nicht ganz verständlich ist die Reduzierung der Ausbaupläne mit der Begründung, sie hätten die Soldaten für den Einsatz im Irak vorbereiten sollen und der sei jetzt ja beendet. Hatten die Briten doch bereits vor über einem halben Jahr erklärt, sie würden sich innerhalb der nächsten sechs Monate von dort zurückziehen. Als weiteres Argument wird die Finanzsituation im Vereinigten Königreich genannt. Wird jetzt die Ausbildung der Soldaten und der Sicherheitsstandard für den Auslandseinsatz nach Kassenlage betrieben? Wir gehen zumindest davon aus, dass auch der öffentliche Druck gegen die Ausbaupläne gewirkt hat.

Aus der Karte in der Anlage kann man entnehmen, welche der Übungsstätten fortfallen und welche doch noch gebaut werden sollen. Dabei fällt auf, dass bei Augustdorf alle ursprünglich vorgesehenen Baumaßnahmen entfallen sollen. Dort hatte sich ja mit Unterstützung des Bürgermeisters der größte Druck gegen die Ausbaupläne entfaltet. Bei Hövelhof dagegen bleibt es bei den vorgesehenen zwei neuen Kampfdörfern: Hier hatte sich weder bei der Politik noch in der Öffentlichkeitnennenswerter Widerstand gezeigt.

Aus der Lage der verbliebenen neuen Übungsstätten könnte man schließen, dass der Schwerpunkt des Übungsbetriebs in Zukunftbei Hövelhof, Sennelager, Mastbruch und zwischen Bad Lippspringe und Schlangen/Oesterholz liegt.

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