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16. Juni 2008 Naturschutz

Ablehnung des in Ostenland geplanten Windparks
Der vorgesehene Standort für einen Windpark in Delbrück-Ostenland ist - nicht nur nach Ansicht von pro grün - zweifelsfrei ein solcher Standort, der von Windkraftanlagen unbedingt frei gehalten werden sollte. Ausgesprochen gegen diesen Standort hat sich wiederholt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege und Artenschutz e. V. (ALA) und auch die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW e.V. (LNU), deren Mitglied auch pro grün ist.

Pressemitteilung (PDF)

Bilder von Seeadlern

Es ist nicht nur für Naturfreunde ein beeindruckendes Erlebnis, diesen majestätischen Vogel mit einer Körperlänge von bis zu beinahe einem Meter und einer Flügelspannweite von bis zu zweieinhalb Metern durch die Luft gleiten zu sehen.

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Pressemitteilung

An diesem Donnerstag steht im Rat der Stadt Delbrück eine Entscheidung an, die von landesweiter Bedeutung ist und nicht nur von Naturschützern und Ornithologen der Region mit großer Aufmerksamkeit und auch Sorge erwartet wird. Es geht um den Beschluss des Rates in Delbrück-Ostenland einen Windpark mit Windkraftanlagen zu errichten (BP 83).

Der Konflikt zwischen Naturschützern und den Betreibern von Windkraftanlagen schwelt seitdem Windräder in der freien Landschaft gebaut werden und er lodert - häufig von starken Emotionen begleitet - oft wieder zu einem hellen Feuer auf, wenn es um Neuausweisungen von Vorranggebieten geht.

Der Umweltschutzverein pro grün Paderborn hält sich in kritischen Stellungnahmen meist zurück, da er dem Bau von Windkraftanlagen grundsätzlich positiv gegenüber steht. Pro grün ist der Auffassung, dass in Anbetracht der zunehmenden Bedeutung der Windkraft als alternative Energiequelle Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft in Kauf genommen werden müssen. Dies darf aber nicht bedeuten, dass man um jeden Preis Windräder an jeder Stelle in der Landschaft bauen darf!

Der vorgesehene Standort für einen Windpark in Delbrück-Ostenland ist - nicht nur nach Ansicht von pro grün - zweifelsfrei ein solcher Standort, der von Windkraftanlagen unbedingt frei gehalten werden sollte. Ausgesprochen gegen diesen Standort hat sich wiederholt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege und Artenschutz e. V. (ALA) und auch die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW e.V. (LNU), deren Mitglied auch pro grün ist.

Die ganz große Bedeutung, die das Gebiet im Bereich des geplanten Anlagenstandorts für den Naturschutz hat, ist zweifelsfrei nachgewiesen in Fachgutachten, die von der Biologischen Station Paderborn und der ALA erstellt wurden. Insbesondere die Fachgutachten zu Fledermäusen und Vögeln weisen nach, dass es sich bei Bau der Anlagen um erhebliche Eingriffe handelt. In dem Umweltbericht der Antragstellerin findet dies keine Berücksichtigung.

So ist beispielsweise das Plangebiet und seine unmittelbare Umgebung als Brut- und Rastgebiet für den zwischenzeitlich gemäß ‚Rote Liste NRW' als gefährdet eingestuften Kiebitz von großer Wichtigkeit. Zudem hat es im regionalen Biotopverbund als Nahrungs-, Durchzugs- und Rastgebiet insbesondere für wertbestimmende Großvögel eine herausragende Bedeutung. Hierzu zählen u. a. Arten wie Kranich, Weiß- und Schwarzstorch, Silberreiher, arktische Gänse sowie Fisch- und Seeadler.

Allein vom Seeadler konnten in jüngster Zeit schon durch bloße Zufallsbeobachtungen acht Flugbewegungen nachgewiesen werden, die zielgerichtet vom vermuteten Brutrevier über den Erdgarten zum Nahrungsgebiet im Naturschutzgebiet Steinhorster Becken führten. Dieser gut belegte Nachweis des Seeadlers im Delbrücker Raum wird bundesweit unter Ornithologen als eine kleine Sensation angesehen.

Nachdem der Seeadler in Deutschland beinahe als ausgestorben galt, beginnen sich die Bestände wieder langsam zu erholen und für 2007 wurden in ganz Deutschland schon wieder 575 Brutpaare nachgewiesen. Herbert Wolf von der ALA in Ostenland: Es ist dies der erste Nachweis eines Seeadlers in Nordrhein Westfalen! Wie schön wäre es, wenn sich in einigen Jahren Bruterfolge einstellen und dieser majestätische Vogel mit seinen mächtigen Schwingen im Delbrücker Land wieder durch die Lüfte gleitet. Dies ist nicht nur für Naturfreunde und Ornithologen ein unvergessliches Erlebnis.

Berücksichtigt man die aus naturschutzfachlicher Sicht außerordentliche Bedeutung der Landschaft um diesen Standort, dann sollte den Ratsmitgliedern eine Entscheidung nicht schwer fallen. Pro grün appelliert an den Rat der Stadt Delbrück, den Verwaltungsvorschlag zur Genehmigung des Windparks an diesem Standort abzulehnen : Dies ist kein geeigneter Standort für den Bau eines Windparks! Gefährden Sie nicht diesen Schatz der Natur Ihrer Heimat sondern erhalten und schützen Sie ihn!

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