08. Nov. 2008 Naturschutz: Senne

Die Senne für Mensch und Natur - Aufruf von Aktionsbündnis und Umweltverbänden
Das Aktionsbündnis und die Umweltverbände in Paderborn wenden sich gegen die Ausbaupläne der Briten in der Senne.
Stopp: Keine neuen Kampfdörfer und Panzerstraßen in der Senne

Unterschrifenliste
Flugblatt

Die einmalige Natur- und Kulturlandschaft der Senne muss unzerteilt erhalten bleiben und vor weiterer Bebauung geschützt werden. Sie ist unbestritten der wertvollste Landschaftsraum in der Region, ausgestattet mit Naturgütern von europaweiter Bedeutung. Über 5.000 Tier- und Pflanzenarten, davon über 1.000 Arten der Roten Liste gefährdeter Tiere und Pflanzen, gibt es auf dem 112 Quadratkilometer großen Truppenübungsplatz Senne: Die Senne hat nach Auffassung aller Fachleute die Qualität eines Nationalparks.
Wenn die bisherige Nutzung der Senne durch das Militär auch im gewissen Sinne zum Schutz dieser gefährdeten Arten beigetragen hat, so würde mit diesem Ausbau ein Prozess unumkehrbarer Zerstörung der schützenswerten Naturlandschaft eingeleitet werden.
Die Briten haben erklärt, sie wollten mindestens für 27 weitere Jahre in der Senne bleiben und sie zum Zentrum der Ausbildung der Soldaten der Britischen Rheinarmee in Deutschland machen. Bisher übten dort nur 4.000 britische Soldaten; sollen nun alle 23.000 britischen Soldaten, die in Deutschland stationiert sind, dort üben?

Wir müssen befürchten, dass dies für die Zukunft bedeuten würde:

  • Weiterer Neu- und Ausbau militärischer Einrichtungen in der Senne.
  • Viel mehr Soldaten werden viel häufiger und ganzjährig in der Senne üben.
  • Mehr Fahrbewegungen und Schießübungen, Umweltbelastungen durch Munition, Spreng- und Treibstoffe und Vergiftung des Grund- und Trinkwassers werden Mensch und Natur nachhaltig schädigen.
  • Die schon jetzt länger gewordenen Sperrzeiten werden weiter ausgedehnt, so dass eine Nutzung des Senneraumes durch die Bevölkerung nicht mehr möglich ist.
  • Die Lärmbelastung für die Anrainergemeinden wird beträchtlich steigen, die historisch gewachsenen Wegeverbindungen werden auf Dauer unterbrochen: Ein Durchfahren der Senne wird für die Bevölkerung unmöglich.

Soll all dies der Bevölkerung ohne Einspruchsmöglichkeit nur zur Kenntnis gegeben und behördenintern entschieden werden, basierend auf Verträgen aus der Besatzungs- und Nachkriegszeit?
Wir appellieren an die Briten, mit denen wir seit Kriegsende nun schon 63 Jahre in Freundschaft und guter Nachbarschaft zusammenleben, von diesen Ausbauplänen abzusehen.
Wir bitten alle Menschen in unserer Region, uns bei unserer Unterschriftenaktion zu unterstützen.

 

 

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