Suche

10. Aug. 2007 Verkehr

Flughafen Paderborn benötigt Umweltverträglichkeitsprüfung
Stellungnahme der Naturschutzverbände (BUND, NABU und LNU-Verbände) zum geplanten Flughafenausbau Paderborn/Lippstadt. Einzelne Stellungnahmen der Vereine und Verbände der Region wurden vom Landesbüro der Verbände in Oberhausen zusammengefasst und als gemeinsame Stellungnahme im Rahmen des Verfahrens termingemäß an die zuständige Behörde in Münster weitergeleitet.

Stellungnahme des Landesbüros der Naturschutzverbände NRW
Pressemitteilung zum Ausdrucken

Pressemitteilung

An: Westfälisches Volksblatt, Neue Westfälische, Wochenspiegel, WDR Manfred Schumacher, Radio Hochstift

Betrifft: Pressemitteilung des Landrats zum Flughafenausbau

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich übersende Ihnen in der Anlage die Stellungnahme der Naturschutzverbände (BUND, NABU und LNU-Verbände) zum geplanten Flughafenausbau Paderborn/Lippstadt. Einzelne Stellungnahmen der Vereine und Verbände der Region wurden vom Landesbüro der Verbände in Oberhausen zusammengefasst und als gemeinsame Stellungnahme im Rahmen des Verfahrens termingemäß an die zuständige Behörde in Münster weitergeleitet. Beim Erörterungstermin werden sie von uns weiter begründet werden.

Dass der Landrat des Kreises Paderborn als Funktionsträger und Vertreter des Mehrheitsgesellschafters der Flughafen GmbH, genauso wie die Wirtschaft und Politik vor Ort sich gemeinsam für den Ausbau des Flughafens einsetzen, vermag nicht zu verwundern. Auch in der breiten Öffentlichkeit wird dies auf Zustimmung stoßen, denn Millionen Touristikflieger profitieren jedes Jahr davon, preiswert und bequem von hier in den Urlaub abheben zu können.

Wenn die Natur- und Umweltschutzverbände sich gegen den weiteren Ausbau des Flughafens wenden und auch die Rechtmäßigkeit des bisherigen Ausbaus anzweifeln, dann machen sie sich damit - gelinde ausgedrückt - sehr unbeliebt: gegen den Flughafen zu sein ist nicht populär. Aber wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, uns beliebt zu machen. Wir müssen auch den Mut haben, "Eine unbequeme Wahrheit" auszusprechen, um den Titel von Al Gore's Film zu zitieren.

Denn der vorgesehene Ausbau des Flughafens ermöglicht nicht nur - wie der Landrat zu recht bemerkt - ökonomisch und ökologisch verbessetes Starten und Landen und vermeidet belastende Zwischenlandungen bei entfernteren Zielen; dieser Ausbau soll auch eine Steigerung des Flugverkehrs bis 2.023 von derzeit 48.000 auf 76.500 ermöglichen mit einer Steigerung des Passagieraufkommens von derzeit 1,3 auf 2,5 Mio.

In Anbetracht der besonderen Klimaschädlichkeit des Flugverkehrs würde die Ermöglichung einer solchen Steigerung ein Hohn sein auf alle erklärten und für richtig erkannten Klimaschutzziele. Die Politik - nicht nur die vor Ort - sollte diese Tatsache endlich zur Kenntnis nehmen und entsprechend handeln. Wer vorgibt, Klimaschutzziele verwirklichen zu wollen und in seinem praktischen Handeln das Gegenteil davon tut, handelt schizophren!

Dass die Natur- und Umweltschutzverbände natürlich gegen den auch betriebs- wie volkswirtschaftlich völlig unsinnigen Neubau des Flughafen Kassel-Calden sind, sollte eigentlich keiner besonderen Erwähnung bedürfen. Hier sollten keine falschen Fronten aufgebaut werden. Aber der Planfeststellungsbeschluss liegt vor und es gibt leider keine Anzeichen dafür zu erwarten, dass Politiker von einem einmal gefassten Entschluss nur deshalb abrücken, weil bewiesen ist, dass er unsinnig ist.

So müssen wir davon ausgehen, dass Kassel gebaut wird, seinen Anteil vom Touristik-Kuchen bekommt und Paderborn in die roten Zahlen rutscht. Wir haben dann zwei Subventionsbetriebe - und wieder will es keiner gewesen sein.

Mit freundlichen Grüßen

Fritz Buhr, als Sprecher der Paderborner Natur- und Umweltschutzverbände

Zum Anfang