Anwohner fühlen sich getäuscht

Dezember 2013

Mitte Mai wird entgegen der getroffenen Vereinbarung zusätzlich zur bestehenden alten Telekom- Anlage eine neue, weitere Anlage des Betreibers E-Plus installiert.
Die Forderung von Anwohnern nach Abbau dieser Anlage wird von der Geschäftsleitung des Altenzentrums abgelehnt und mit der vermeintlichen gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Sendeanlage begründet.
Mitte Oktober erhält ein Anwohner ein Schreiben, welches weitere Montagearbeiten an der Antennenanlage ankündigt. Seitens des Altenheimes wird mitgeteilt, es handelt sich bei den Arbeiten „nicht um die Installation einer neuen, zusätzlichen Antenne, sondern lediglich um den Austausch einer alten gegen eine neue Anlage.“ Dass es sich dabei um den Austausch einer leistungsschwächeren gegen eine vielfach leistungsstärkere Anlage mit wesentlich höherer Belastung - also um eine zweite massive Aufrüstung handelt, wird verschwiegen.

erschienene Presseartikel :

Neue Westfälische vom 13.12.2013      NW_13Dez2013

 Westfälisches Volksblatt     Bisher leider kein Bericht
                                                 (Stand 21.12.2013)

 

Historie

 

Die Anwohner der Adolph-Kolping Strasse sind besorgt wegen der Montage einer Mobilfunkantenne auf dem Altenheim und bitten den Umweltschutzverein pro grün um Unterstützung. Recherchen ergeben, dass solche Anlagen nicht durch die Behörden genehmigt werden müssen, egal mit welcher Frequenz oder Sendeleistung sie betrieben werden. Der Umweltschutzverein lädt am 17. 09.2001 zu einer Bürgerversammlung ein zum Thema „Mobilfunkantennen und gesundheitliche Auswirkungen“

 

Mehrere Versammlungen folgen und am 26.11.01 werden die Ergebnisse einer Hochfrequenzmessung vorgestellt und diskutiert.

Als erster Erfolg kann ein Schreiben der Geschäftsleitung vom 10. September verbucht werden, mit der Zusage, dass die bestehende Anlage nicht erweitert wird („…das bis zu einer verbindlichen und offiziellen Klärung der Risiken keine weitere Mobilfunkantenne auf dem Dach des St. Vincenz- Altenzentrum installiert wird.“)


2013 sieht die Sache anders aus: Mitte Mai wird entgegen der getroffenen Vereinbarung zusätzlich zur bestehenden alten Telekom- Anlage eine neue, weitere Anlage des Betreibers E-Plus installiert.
Die Forderung von Anwohnern nach Abbau dieser Anlage wird von der Geschäftsleitung des Altenzentrums abgelehnt und mit der vermeintlichen gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Sendeanlage begründet.
Mitte Oktober erhält ein Anwohner ein Schreiben, welches weitere Montagearbeiten an der Antennenanlage ankündigt. Seitens des Altenheimes wird mitgeteilt, es handelt sich bei den Arbeiten „nicht um die Installation einer neuen, zusätzlichen Antenne, sondern lediglich um den Austausch einer alten gegen eine neue Anlage.“ Dass es sich dabei um den Austausch einer leistungsschwächeren gegen eine vielfach leistungsstärkere Anlage mit wesentlich höherer Belastung - also um eine zweite massive Aufrüstung handelt, wird verschwiegen.


Allerdings widersprechen die offiziellen Werte den Gegebenheiten:
Seit dem 11.11.2013 ist ein massiver Anstieg der Strahlenbelastung zu verzeichnen; diese hohe Belastung hält sich bis heute (Stand 28. November)

Die Anwohner vermuten auch, dass die ePlus-Anlage bereits in Betrieb genommen ist (ePlus behauptet allerdings das Gegenteil)

In einer Pressemitteilung vom Juni 2013 (s.u.)  informiert pro grün über den derzeitigen Stand der Dinge.

In einem Gespräch mit der Verwaltung ergibt sich ein neuer Zusammenhang. Neben der ePlus-Erweiterung, für die versäumt wurde eine Sondergenehmigung (wg. Altenheim) einzuholen, fand auch eine Änderung/(Erweiterung?) seitens der Telekom statt.

Pro grün scheint auf eine Gesetzeslücke gestoßen zu sein. Während neue Standorte einer Einigung zwischen Betreiber und Verwaltung bedarf, trifft dies i.d.R. auf Erweiterungen nicht zu. Sodass die Verwaltung erst durch pro grün von der ePlus-Erweiterung erfuhr!

 

Folgende Ziele werden jetzt von den Anwohnern und pro grün angestrebt:
Mobilfunkversorgungskonzept für Paderborn (Externes Ing.Büro)
 Abbau der ePlus-Anlage und Suche nach geeignetem Alternativstandort
 Alternative für zwischenzeitlich erweiterte Anlage der Telekom
Verringerung der bestehenden Strahlenbelastung (Kita) durch geeignete Maßnahmen

Um diese Punkte zur erreichen bereitet pro grün einen Bürgerantrag vor.
Mobilfunk: pro grün fordert Stadt zu vorsorgendem Gesundheitsschutz auf

Pro grün fordert die Stadt in einem Bürgerantrag auf, notwendige Maßnahmen in Form eines Mobilfunkversorgungskonzeptes zum vorsorgenden Gesundheitsschutz der Bevölkerung vor schädlichen Auswirkungen von Mobilfunkanlagen einzuleiten.
Weiter wird die Stadtverwaltung aufgefordert zu prüfen, ob sie mit Hilfe des kommunalen Planungsrechts Schutzbereiche um besonders sensible Einrichtungen wie Kindergärten oder Krankenhäuser schaffen kann.
Die Auswirkungen von ständig zunehmenden Strahlenbelastungen sind bisher nicht ausreichend untersucht. Weder die Schädlichkeit noch die Unschädlichkeit konnte einwandfrei bewiesen werden. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben aber oft genug gezeigt, dass auch ursprünglich für harmlos gehaltene Stoffe oder Verfahren (Asbest, Formaldehyd, Röntgenstrahlung, etc.) sich später als lebensgefährlich herausstellen können. Ein vorsorgender Schutz der Bevölkerung bis zum Beweis der Ungefährlichkeit sollte daher selbstverständlich sein.
Für Rückfragen: Dieter Dubisch, Tel. 05293-1048

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