Mobilfunkanlage erweitert

Oktober 2013

Mobilfunkanlage trotz naher Kindertagesstätte massiv aufgerüstet

Entgegen dem Versprechen der Geschäftsführung des St.-Vincenz-Altenzentrum (Adolf Kolping Str.) wurde die Anlage erheblich aufgerüstet!

 Foto eines Anwohners während der Montage

antenneN

Nachdem Pro Grün die aktuelle Standortbescheinigung der auf dem St.-Vincenz-Altenzentrum befindlichen Mobilfunkanlagen vorliegt, stellt sich eine deutlich größere Aufrüstung derselben und damit verbundene weiter gestiegene Hochfrequenzbelastung des umliegenden Wohngebietes, als auch des Altenheimgeländes dar.

Der bereits seit 2001 bestehende Sender der Telekom verfügte laut der damals vorgelegten Standortbescheinigung lediglich über 3 Kanäle des D1-Netzes . Dieser wurde massiv aufgerüstet.  Eine Nachrüstung mit LTE und die damit verbundene weitere Belastungszunahme ist ebenfalls zu befürchten, was die bisher gemachten Erfahrungen zeigen.

Aus der aktuellen Standortbescheinigung ergibt sich momentan eine mehr als dreifache Erhöhung der Gesamtsendeleistung verglichen mit dem Wert der alten Bescheinigung die Pro Grün im Jahr 2001 vorgelegt wurde.
Auch geht aus der aktuellen Bescheinigung klar hervor, dass das vom Gebäudeeigentümer gegebene Versprechen an die Anwohner, keine weiteren Aufrüstungen an der bestehenden Sendeanlage mehr vorzunehmen bis sicher bewiesen ist, dass von dieser keine Gefahren für die Gesundheit der im Umfeld wohnenden Menschen ausgeht, nicht zu ersten Mal gebrochen wurde, da ein Teil der neu hinzu gekommen Aufrüstungen in der aktuellen Standortbescheinigung als bereits bestehende Funkdienste ausgewiesen, sprich als bereits installiert bezeichnet sind und somit zu einem früheren Zeitpunkt vorhanden gewesen sein müssen.

Die aktuelle Standortbescheinigung wurde bereits im Oktober 2012 erteilt, das heißt, der Gebäudeeigentümer war schon mindestens zu diesem Zeitpunkt mit den Betreibern über eine Erweiterung einig geworden, ohne im Vorfeld den versprochenen Dialog mit Pro Grün und den Anwohnern zu suchen.
Da die neue Anlage von E-Plus andere Hauptstrahlrichtungen abdeckt, in denen die Zonen der höchsten Belastung sind, als die Anlage der Telekom , werden zukünftig zuvor geringer oder kaum belastete Zonen im Wohngebiet als auch besonders auf der Längsachse des Altenheimgeländes neu oder stärker erfasst. Auch ist nicht auszuschließen, dass es im Nahbereich der Mobilfunkanlage bei entsprechendem Öffnungwinkel der Sendeantennen zu Überlagerungen von deren Hauptbelastungszonen und einer damit verbundenen Mehrbelastung kommt, wo alte und neue Hauptstrahlrichtungen lediglich um 30 Grad von einander abweichen.
Die neue E-Plus Anlage richtet einen ihrer Hauptstrahlen leicht schräg über das fast komplette Gelände des Altenzentrums, um dann zwischen der Kapelle und dem Haus Louise hindurch kurz vor der Benhauser-Straße das Gebiet zu erreichen, in dem die Kindertagesstätte St. Vincenz kurz vor der Eröffung steht.
Dieses liegt ca. zwischen 150 bis 180 Meter der Mobilfunkanlage gegenüber, einem Abstand in dem bei maximal möglichem Downtilt (Neigung des Hauptstrahls der Sendeanlagen nach unten) dieser bereits Bodenberührung haben kann, da die auf dem Altenzentrum montierten Anlagen lediglich zwischen 21 und 23,60 Meter hoch angebracht sind. Der Downtilt der Anlagen, welcher sich je nach den funktechnischen Erfordernissen in Abstimmung mit den umliegenden Funkzellen im Umfeld automatisch und elektrisch gesteuert verändert, kann typischerweise zwischen 0° und 15° variieren.
Dies bedeutet, dass z.B. bei 10° Neigung bereits nach 100 Metern Entfernung vom Sender 17,6 , bzw. bei 15° Neigung 26,8 Meter Höhenunterschied vom Hauptstrahl in Richtung Boden überwunden werden.

Die obersten Stockwerke von Gebäuden im Umfeld des Senders werden bei einer Höhe von bis zu 4 Etagen entsprechend eher erreicht und sind somit auch deutlich früher einer entsprechend höheren Strahlung ausgesetzt.
Einen besonders guten Einblick auf die Sendeanlage hat man vom Inneren des Hauses St. Vincenz, wo man vom 4. Stockwerk aus beim Blick über den allseits verglasten Innenhof hinweg den Sendern in kurzer Distanz direkt gegenüber steht.
Im Rahmen von Gesprächen zwischen Pro Grün und der Stadt Paderborn stellte sich heraus, dass die vorgenommenen Veränderungen der erwähnten Mobilfunkanlagen anzeige- und genehmigungspflichtig gewesen wären, was bisher (Stand Okt2013) nicht geschehen ist.  

Ein Gesprächstermin zwischen Verwaltung, pro grün und dem Betreiber ePlus steht noch aus. Dem Betreiber wurde mitgeteilt, dass der inzwischen vorliegende Antrag erst weiter bearbeitet wird, wenn der Gesprächstermin stattgefunden hat.

Pro grün fordert ein Mobilfunkversorgungskonzept, nach dem Vorbild anderer Gemeinden.

Umfangreiche behörden- und betreiberunabhängige Informationen zum Thema Mobilfunk findet man unter: www.kompetenzinitiative.net. 

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