Klimaschutzkonzept des Kreises Paderborn - unsere Vorschläge

28. Nov. 2011 Klimaschutz

Klimaschutzkonzept des Kreises Paderborn - unsere Vorschläge

Der Kreis Paderborn arbeitet seit Anfang 2011 an einem Klimaschutzkonzept.


pro grün hat dreimal Vorschläge eingereicht:

Zusammenfassung der Anregungen von pro grün zum

Klimaschutzkonzept des Kreises Paderborn

aus den Monaten Juni, Juli und November 2011

Juni 2011

“... Hier nun weitere Aspekte:

Energetische Sanierung

 -  bei kreiseigenen Gebäuden (Vorbildfunktion)

 - Schaffung von Anreizen für private Investoren.

 - Öffentlichkeitsarbeit verstärken
  – z.B. in den Lokalzeitungen über beispielhafte Sanierungen berichten.
  - unabhängige Energieberatung verstärken
  - Handwerker+Schornsteinfeger sollten aktiver beraten
     (Beispiel: Hocheffizienzpumpe der Heizung)

 - i.d.R. Passivhausstandard (Ausnahmen müssen begründet werden)

 - exemplarisch besonders effektive Teilmaßnahmen durchführen wie:
    - Dämmung der oberen Geschossdecke

    - Verbesserung der Winddichtigkeit durch neue Fensterdichtungen

    - Verbesserung der Isolierung von Rollladenkästen etc.

Gründung von Bürgergenossenschaften zwecks Energiespar- Contracting.

Mobile BHKW
  - z.B. Mähdrescher im Winter,
  - oder Winter= Gebäudeheizung – Sommer = Freibadheizung

Erdwärmenutzung prüfen

Kreiswettbewerb “Farbe statt fade“: Der Aspekt der energetischen Sanierung sollte deutlich höher bewertet werden. Wenn nicht gedämmt wurde, muss dies nachvollziehbar begründet sein!

PV-Anlagen

  - auf öffentlichen Gebäuden in Bürgerhand.

  - in Regenwasserrückhaltebecken (drehbar, auf Stelzen)

  - Kataster über geeignete Dachflächen

Kontrollierte Lüftung in Schulen

Grauwasser-Wärmenutzung

Heizkraftwerke - Nahwärmeversorgung

Schwarmstrom (intelligente Netze) ggf. über Rekommunalisierung

Qualitätssicherung

bessere Schulung/Fortbildung der Energieberater, Handwerker.

Fördermittel nur nach Qualitätsnachweis

Mobilität:

  • Ampelsteuerungen optimieren (grüne Welle vermeidet unnötige Anfahrenergie)
  • Kreisverkehre statt Ampelkreuzungen
  • Baustellen besser koordinieren
  • Citylogistik (Innenstadt Pb)
  • Mobilitätszentrale (multimodal)

 - Mitfahrzentrale via Internet

 - Gemeindefuhrpark für Car-sharing (Wochenende+ abends) öffnen.

  • Vernetzung von Rad- und  Wanderwegen fortsetzen
    (kreisweit incl. Schnellstrecken für Pendler z.B. Salzkotten - Pb)
  • Kostenloses Parken am Flugplatz und andere Fördermaßnahmen des Flugverkehres abschaffen.

Sonstiges:

  • LED-Technik  Straßen- Gebäudebeleuchtung und  Ampeln ggf. Contracting
  • Straßenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern (von 23 h bis 4 h ) aktivieren
  • Einsatz von Motorgeräten hinterfragen (Laubgebläse, Motorsense)
  • Ortsnahes Umziehen älterer Mitbürger unterstützen.
  • Ernährung (Kantinen)
     - lokale Produkte
     - weniger Fleisch, dafür bessere Qualität
  • Der Verbraucher sollte die Spitzenlastzeiten kennen und während dieser Zeiten möglichst vermeiden, bestimmte elektrische Geräte (Waschmaschine, Herd?) zu benutzen.

Grundsätzlich wurde ein Forum im Internet angeregt, um breiteren Bevölkerungsschichten eine Teilnahme zu ermöglichen. Natürlich müsste dies von entsprechender Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden. ……“

Juli 2011

“... Einige Punkte unserer Ideensammlung verdienen besondere Beachtung.

Beispielsweise:

 

Die Tatsache, dass z.Z. vor allem  Wind- und Solarstrom enorme Zuwachsraten aufweisen, bereitet Fachleuten große Sorgen.

Es kann nicht sinnvoll sein, dass sowohl für Windparks, als auch für Photovoltaik  Bürgergenossenschaften gegründet werden, jedoch die Energieeinsparmassnahmen keine vergleichbare Unterstützung erhalten. Aufgrund der desolaten Finanzlage der Kommunen wäre die Lösung,
 Energiesparcontracting über Bürgergenossenschaften.

Das Thema smart grid, welches in einem Referat von Herrn Wippermann (e-on) bereits als Ziel betont wurde, benötigt deutlich mehr Unterstützung. Sowohl Privathaushalte als auch Betriebe können markante Beiträge leisten.

Hierzu als Anregung folgender Beitrag:

VDI-Nachrichten vom 1.7.2011 Seite 6: „Der Stromverbrauch kann warten...“

www.vdi-nachrichten.com/artikel/Stromverbrauch-kann-warten/54048/1

Stromverbrauch kann warten

Energie: Mit der Energiewende rückt das Management die Stromnachfrage in den Fokus. Erste Pionierfirmen sind bereits dabei. Das neue Prinzip: Die Nachfrage richtet sich nach dem Angebot

Quelle: VDI nachrichten, Düsseldorf, 1. 7. 11...“

November 2011

“... Folgende Anregungen bitte ich an die entsprechenden Gremien sowie die Fraktionen des Kreistages weiter zu leiten:

Hinweise:

Zu 7: In der Regel sollte bei energetischen Sanierungen der Passivhausstandard angestrebt werden. Ausnahmen sind möglich, wenn sie sachlich und ökonomisch begründet werden.

Zu 8: Für e-bikes bzw. Pedelecs ist der folgende (Hinweis zu 9) ebenso anwendbar.
Zu 9: Ein Pendler könnte ein E-Mobil leasen. Das Fahrzeug kann während seiner Arbeitszeit in der Stadt von Anderen benutzt werden. Zwischenzeitlich dient der Akku als Puffer im Stromnetz, wenn Leistungsspitzen abgefangen werden müssen.

So kann ein E-Mobil effizienter genutzt werden, als im „Normalbetrieb“
(Vergl. Modell eon –Tegelbogen Paderborn[1])

Zu 10: Der Zusammenhang zwischen unseren Ernährungs- und Einkaufsgewohnheiten und den Auswirkungen auf den  Welthunger (Nord-/Südproblematik) und den Klimawandel darf nicht länger verdrängt werden.

Futtermittelanbau in Mittel- und Südamerika, Zerstörung der Regenwälder etc. ...“

Dieter Dubisch



[1]Bewohner können für einen kleinen Betrag das e-Mobil ausleihen       

 

 

 

 

 

Nur als Beispiele hier zwei Web-Links:

http://baum-zukunftsfonds.de/default.asp?Menue=512

http://www.paderborner-land-erneuerbar.de/

  • Bürgergenossenschaft zwecks Energiespar Contracting gründen
  • Schwarmstrom (intelligente Netze) ggf. über Rekommunalisierung
  • Der Verbraucher sollte die Spitzenlastzeiten kennen und während dieser Zeiten möglichst vermeiden, bestimmte elektrische Geräte (Waschmaschine, Herd?) zu benutzen.
    1. Die Einstellung eines hauptamtlichen Klimaschutzmanagers ist unverzichtbare Voraussetzung für eine effektive Umsetzung der angestrebten Ziele.
    2. Der Effizienzsteigerung und der Energieeinsparung ist größere Wichtigkeit einzuräumen. Die Orientierung an der ENEV2009 ist nicht zu akzeptieren (vergl. S.91). Möglicherweise handelt es sich aber um einen Druckfehler? Wegweisend sind hier die Frankfurter Leitlinien zum Wirtschaftlichen (!) Bauen und Sanieren, die sich am Passivhausstandard (!) orientieren.
      (vergl. S.191 „…Prämienauslobung zu ENEV…“)
    3. Die zukünftigen Aktivitäten können nur als dynamischer Prozess verstanden werden. Eine konkrete abschließende Planung kann nicht vorgenommen werden.
    4. Externe Akteure und Bürgerinnen und Bürger sind in den Prozess einzubeziehen – auch um eine größere Aufmerksamkeit und Akzeptanz zu erreichen.
    5. Die Einrichtung eines Bürgerfonds zur Finanzierung von Maßnahmen wie Energiesparcontracting oder Investitionen zur Effizienzsteigerung ist zu prüfen.
      (vergl. Anregung von pro grün vom 21.7.2011)
    6. Ausbildung, Aufklärung und Qualitätssicherung für Handwerksbetriebe aber auch für Architekten über bauphysikalische Grundlagen bei der energetischen Sanierung von Gebäuden sind voranzutreiben.
    7. Kreiseigene Gebäude sollten -als Pilotprojekte -vorbildlich
      energetisch saniert werden. Sie eignen sich in besonderer Weise als Kristallisationspunkt für Aufklärungskampagnen und Triebfeder für regionale Innovations-/Weiterbildungsprozesse.
    8. Eine personelle Verstärkung beim Ausbau eines kreisweiten Radverkehrsnetzes unter Einbeziehung der Gemeinden ist Voraussetzung für eine deutliche  Erhöhung des Radverkehranteils im modal split.
    9. Der Elektromobilität sollte ein höherer Stellenwert eingeräumt werden.
      Beispielsweise unter Verknüpfung von Pendlerverkehr und carsharing.
      Zukünftig aber auch als Bestandteil (Puffer) der sog. intelligenten Netze.
    10. In  kreiseigenen Kantinen sollte vorbildlich alternativ ein fleischloses Gericht angeboten werden. Fleischgerichte sollten aus nachhaltiger Haltung stammen und regional eingekauft werden.
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