Nationalpark Senne und 5-Hektar-Ziel im Landesentwicklungsplan

In einem Offenen Brief appelliert die Arbeitsgemeinschaft der Paderborner Natur- und Umweltschutzverbände an die Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und den Wirtschaftsminister Dr. Andreas Pinkwart, die Streichung der Nationalpark-Option für die Senne und des 5-Hektar-Ziels der täglichen Neuversiegelung in der freien Landschaft im Landesentwicklungsplan (LEP) noch einmal zu überdenken. Noch habe der Landtag in Düsseldorf darüber nicht abschließend entschieden.

 

Konkreter Anlass für diesen Appell sei der Bericht des Weltbiodiversitätsrats vom 4. Mai dieses Jahres. Im so genannten „Global Assessment Report“, unterzeichnet von über 100 Nationen, sei festgestellt worden, dass von etwa acht Millionen Tier- und Pflanzenarten circa eine Million aktuell vom Aussterben bedroht  sei. Mehr noch als der Klimawandel bedrohe dieser rasant ansteigende Artenverlust den Fortbestand unserer Zivilisation.

 

Es sei für die Natur- und Umweltschützer im Kreis Paderborn am Rande der Senne unverständlich, dass im Lichte dieser neuen überraschenden Erkenntnisse ausgerechnet der Landschaftsbereich, der mit über 1.000 Rote-Listen-Arten als ein Hotspot der Artenvielfalt mit europaweiter Bedeutung gelte, nun für eine wirtschaftliche Nutzung frei gegeben, "entfesselt" werden solle.

 

"Wie wollen wir," so fragt Fritz Buhr als kommissarischer Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, "auch gegenüber nachkommenden Generationen verantworten, dass dieser große, unzerschnittene Landschaftsraum, ausgezeichnet durch seine Vielzahl an Biotopstrukturen mit ihrem Artenreichtum, aus der angestrebten Schutzkategorie Nationalpark herausgenommen wird und damit als Schatzkammer der Biodiversität verloren geht?" Wir löschten unwiederbringlich die Festplatte der Natur.

 

Abschließend heißt es in dem Brief, der bisher noch unbeantwortet blieb: "Nach den erschreckenden neuen Erkenntnissen, die der Abschlussbericht des Weltbiodiversitätsrats in Paris für uns alle gebracht hat, gibt es hierzu keine andere Alternative als die der Umkehr: Ein "Weiter so" der entfesselten Naturzerstörung darf es nicht geben!"

 

Fritz Buhr, kommissarischer Sprecher der Verbände

Link zum Offenen Brief

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