Kahlschlag am Marienplatz

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Bei dem Bau des neuen Verwaltungsgebäudes ("Neues Rathaus") sieht die Planung die Fällung der meisten der 12 Linden vor, die kranzförmig das Rondell mit der Marienstatue im Zentrum umgeben. Damit würde ein denkmalwürdiges geschichtsträchtiges  Ensemble zerstört, denn Linden und Marienstatue bilden eine Einheit von großer historischer, kultureller und vor allem religiöser Bedeutung. Zudem würde der  Marienplatz zum neuen Stadthaus und gleichzeitig auch zum alten Rathaus hin geöffnet. Dies ist auch Absicht der Planer.

Mit dieser Umgestaltung würde der Platz das verlieren, was ihn gerade so wertvoll macht: Ein etwas abgegrenzter, geschützter Raum im Zentrum einer Großstadt, eine Idylle mit einem besonderen Charm.

Gegen dieses Planungsvohaben haben die Paderborner Natur- und Umweltschutzverbände eine Unterrichtssammlung gestartet und zum 8.4.19 gemeinsam einen Pressebericht verfasst, der in der Lokalpresse (Artikel NW vom 8.4.2019) große Beachtung fand.

Pressemitteilung

Stich ins Herz von
Paderborn

Die Paderborner Naturschutzverbände informierten am Samstagmorgen am Marienplatz darüber, dass im Rahmen der Neugestaltung des
Verwaltungsgebäudes die gesunden alten Linden um die Mariensäule
gefällt werden sollen. Die Unterschriftensammlung ergab in knapp drei
Stunden 633 Unterschriften gegen die Fällung. Bei keiner ihren vielen
Unterschriftensammlungen haben die Verbände in so kurzer Zeit auch nur annähernd so viele Unterschriften sammeln können.

Dass die Linden vernichtet werden sollen, stieß bei vielen Passanten
auf Unverständnis und Bestürzung. Immer wieder stellten sie die
Fragen, „Warum denn bloß?“ und „Wer ist dafür verantwortlich?“

Wie ist es möglich, dass in Zeiten, in denen wöchentlich viele
tausende von Jugendlichen gegen den Klimawandel protestieren, die
letzten großen Laubbäume im Stadtzentrum gefällt werden sollen, die
uns Schutz bieten können in den immer zahlreicher werdenden
Hitzetagen?

Die Initiatoren ließen keinen Zweifel daran, dass es diese Diskussion
um den Erhalt der Bäume gar nicht hätte geben müssen, wenn die Stadt
Paderborn in ihrer Ausschreibung den Erhalt der Linden und der
Platzsituation mit all seinen Funktionen als Vorgabe für die Planung
festgeschrieben hätte. In der Ausschreibung wurde zunächst betont, wie wichtig und erhaltenswert diese Linden seien, im Nachsatz hieß es aber gleich, die Schonung der Bäume sei „kein Muss“. Damit habe die Stadt den Planern einen Freibrief erteilt.

Durchweg sagten die Bürger, die ihre Unterschrift leisteten, dass sie
erst durch die von den Naturschutzverbänden veranlassten Artikel in
den Samstagsausgaben der Tageszeitungen auf die geplanten Fällungen aufmerksam wurden. Die Stadt hätte mit dieser Information im Vorfeld offensiver umgehen sollen, um die Öffentlichkeitsmeinung rechtzeitig auszuloten.

„Der Marienplatz ist mehr als nur ein Platz, er ist das Herzstück von
Paderborn“ so Fritz Buhr, Sprecher der Verbände.„Die idyllische
Einheit aus Bäumen, Denkmal und Rondell ohne zwingenden Grund zu
zerstören, empfinden nicht nur Naturschützer, sondern auch viele
Bürger als frevelhaft.“

 

Die Vorstellung der Freiraumplaner, die in der
Informationsveranstaltung deutlich wurde, den Marienplatz als
abgeschlossenen Platz, als Ruhe- und Erholungsraum aufzulösen, und durch eine vollständige Öffnung zur neuen Freitreppe des Rathauses als eine Art Durchgangsraum von der Westernstrasse zum Rathaus zu gestalten, lässt jede Sensibilität vermissen und wiederspricht den Wünschen und Bedürfnissen vieler Bürger. Ein solcher PLatz wäre durch Wegfall der Bäume und Begrünung dem Lärm der vorbeifahrenden Busse schutzlos ausgesetzt und liesse jede Aufenthaltsqualität vermissen. Marienplatz und Rathausneubau als bedingungslose Einheit zu sehen ist der grundsätzliche Webfehler dieser Planung. Deswegen appellieren die Umweltverbände an den Bauausschuss von der vorgesehenen Planung für den Marienplatz Abstand zu nehmen und stattdessen eine bauliche Lösung
für den Rathauseingang zu suchen, der die Erhaltung des Marienplatzes in seiner Abgeschlossenheit und mit seinen derzeitigen Funktionen vollständig gewährleistet.

Das letzte Wort haben dabei der Dechant Benedikt Fischer und der
Kirchenvorstand der Gemeinde St. Liborius, die Eigentümerin des
Platzes ist. Wir erwarten - so die Naturschutzverbände - dass die
Kirche die historische Stätte mit ihrer herausragenden historischen,
kulturellen und religiösen Bedeutung mit den symbolischen 12 Linden um
die Mariensäule für die Bürger erhält und daher ihre Zustimmung zur
Fällung der alten Bäume versagt.

Fritz Buhr, für die Verbände



 

 

 

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