Stellungnahme von pro grün zur Rodung des Wäldchens an der Warburger Str. zum Bau eines Studentenwohnheims

Was an der Warburger Str. gegenüber der Universität in hundert Jahren gewachsen war, fiel am frühen Samstagmorgen in wenigen Stunden den Sägen zum Opfer. So mussten wenigstens die Grundschulkinder der angrenzenden Marienschule dieses nicht miterleben. Anliegern und Naturschützern blutete das Herz und einige weinten tatsächlich. Musste es wirklich sein, fragt pro grün, dass an dieser Stelle für 90 der 20.000 Studenten ein Wohnheim gebaut wurde?

Die Verwaltung will dafür an der Warburger Str. neue Alleebäume pflanzen lassen. Die brauchen aber wieder hundert Jahre, um die Größe der gefällten am Straßenrand zu erreichen. Wir alle werden dies nicht mehr erleben und es ist mehr als zweifellhaft, ob diese Neuanpflanzungen unter den zukünftigen klimatischen Bedingungen und in diesem Umfeld am Straßenrand wirklich gedeihen werden.

Pro grün kämpft in Sachen Baumschutz wirklich wie weiland Xervantes‘ Don Quichotte gegen Windmühlen. Hier nun ein ganzes kleines Wäldchen, das gerodet wurde! Auch über 1.000 Unterschriften, vorwiegend von Anliegern, hatten nichts bewirken können. Die Baulobby um Thorsten Mertens Spar- und Bauverein war einmal mehr übermächtig.

Mehr als eigenartig war in diesem Fall die Verfahrensweise. Der Geschäftsführer der Wasserwerke Paderborn, zugleich Kämmerer der Stadt, Hartmann, hat das Grundstück, das im Besitz der Wasserwerke war, an die Bürgerstiftung, also an sich selbst, verkauft; er ist zugleich auch Geschäftsführer der Bürgerstiftung.

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