Neues von der Warburger Straße

Pressemitteilung von pro grün am 9.9.14 von Fritz Buhr:

942 Unterschriften für den Erhalt des Wäldchens an der Mariengrundschule - Studentenwohnheim an der Warburger Straße im Bauausschuss von der Tagesordnung genommen


942 Bürgerinnen und Bürger – vorwiegend aus dem Umfeld des Wäldchens an der Mariengrundschule – haben sich gegen die Rodung des Wäldchens zum Bau eines Studentenwohnheims an der Warburger Straße ausgesprochen. Sie fordern mit ihrer Unterschrift den Ausbau des jetzt noch eingezäunten Wäldchens zu einer kleinen öffentlichen Parkanlage. Diese Unterschriften liegen jetzt der Städtischen Beigeordneten Claudia Warnecke vor.

Anlieger und pro grün haben den städtischen Beigeordneten Bernhard Hartmann gebeten, das Wäldchen an der Grundschule am kommenden Samstag von 10.30 bis 12 Uhr für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Der Blick von außen durch den geschlossenen Zaun reicht nicht aus zu einer Urteilsbildung über Wert und Nutzungsmöglichkeiten des Geländes.

Nachdem der Bau- und Planungsausschuss in seiner Sitzung am 6.5.14 das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans 120 eingeleitet und am Montag nach der Landtagswahl auch die Bürgerinformation in der Hochschule stattgefunden hatte, sollte das Verfahren nach Angabe der Verwaltung in der kommenden Woche am 18.9.  im Bauausschuss fortgesetzt werden. Überraschenderweise soll es jetzt jedoch erst im Oktober auf die Tagesordnung kommen.

Eine Begründung für diese Verschiebung ist pro grün nicht bekannt. Sie könnte in der überzeugenden Ablehnung der Planung in der Öffentlichkeit liegen: Immer mehr Menschen setzen sich auch in Paderborn für die Erhaltung öffentlichen Grüns ein.

Sie könnte auch in der Entwicklung der Studentenzahlen liegen, die niedriger ausfallen als in der empirica Prognose berechnet. Schon im WS 2013/14 lagen sie um  rund 1.000 Studenten und Studentinnen niedriger als prognostiziert (19.410 statt 20.441). Die Zahlen des folgenden jetzt vergangenen Sommersemesters liegen pro grün nicht vor, aber nach dem, was wir von Hochschullehrern hören, kann man schließen, dass der erwartete und prognostizierte Ansturm nicht stattgefunden hat.. Gründe  für diese unerfreuliche Entwicklung müssten gefunden werden. Die falsch prognostizierten angeblich stark steigenden Studentenzahlen sind jedoch für die Stadt die Begründung für den Bau weiterer Wohneinheiten für Studenten. Dagegen müsste der tatsächliche Bedarf neu berechnet werden.

Bedenkt man, dass selbst nach der so optimistischen Prognose der empirica Studie bereits im übernächsten Jahr zum WS 2015/16 der Scheitelpunkt der positiven Entwicklung erreicht ist, um dann bis 2025/26 wieder leicht abzufallen,  dann stellt sich grundsätzlich die Frage nach weiterem studentischen Wohnbedarf. Und erst recht stellt sich dazu die Frage, ob man einen z. T. über hundertjährigen Baumbestand im Stadtbereich, neben einer Grundschule, einer Kita und einer Kirche, opfern soll für einen durch Zahlen kaum zu belegenden zusätzlichen Wohnbedarf.


                                                                                                                  

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