Entmilitarisierung der Senne wird kommen

In einer Pressemitteilung, die auszugsweise in NW und WV veröffentlicht wurde, fordert pro grün erneut den Erhalt des Nationalparkinformationsbüros in Bad Lippspringe, da der ehrenamtliche Naturschutz allein die notwendige Aufklärungsarbeit über Sinn und Zweck eines Nationalparks nicht leisten könne. Diese sei jetzt besonders wichtig, da mit der anstehenden Entmilitarisierung der Senne für die Region die einmalige Chance zur Errichtung eines Nationalparks auf der jetzt noch militärisch genutzten Fläche des Truppenübungsplatzes  bestehe.

 
Der Vorwurf, viel Geld für  eine später nicht zu realisierende Nationalparkplanung herausgeworfen zu haben sollte nicht Umweltminister Remmel gemacht werden sondern dem Kreis Lippe und seinen Kreistagspolitikern. Ein Nationalpark im Teuto war von Beginn an ein Projekt des Kreises Lippe und der hat das Pferd von hinten versucht aufzuzäumen. Er hat eine Kulisse für den Park geschnitten, ohne zuvor die Flächenverfügbarkeit sicher zu  stellen. Dabei stellte sich dann zunächst heraus, dass die Fläche des Prinzen nicht zur Verfügung stand. Und die war auf Grund ihrer hohen ökologischen Wertigkeit und ihrer zentralen Lage das Herzstück in der Kulisse. Und dann gingen in einem zweiten Schritt den Planern auch die Landesverbandsflächen verloren, da die CDU-Politiker entgegen ihrem  ursprünglich im Kreistag gefassten Beschluss in der entscheidenden Verbandsversammlung gegen einen Flächentausch stimmten. Mit dem geringen Anteil an Staatswaldflächen blieb weniger als ein Torso von der ursprünglich geplanten Kulisse übrig. So war das Projekt "Nationalpark im Teutoburger Wald" gescheitert auf Grund unzureichender Vorplanung: Ein Pferd kann man eben nicht von hinten aufzäumen. Das sollte man im Lande mit dem Westfalenross im Wappen - mit der lippischen Rose zusätzlich geschmückt - eigentlich wissen.
 
Jetzt aber das Kind mit dem Bade auszuschütten und das Projekt "Nationalpark Senne" gleich mit begraben zu wollen, mag gut in das politische Ränkespiel passen und von Lobbyistengruppen eifrig betrieben werden; es hat aber wenig zu tun mit einer verantwortlichen Umwelt- und Naturschutzpolitik und auch nicht mit einer sinnvollen regionalökonomischen Entwicklung unseres Raumes. Mit der sich abzeichnenden Entmilitarisierung der Senne durch den Abzug der Briten bis 2018, wie aus einem internen Papier der Briten deutlich wurde, und der Reduzierung der Bundeswehreinheiten in Stapel im Zuge der Strukturreform der Bundeswehr bietet sich nunmehr die einmalige Chance zur Schaffung eines Nationalparks in einem der wertvollsten Landschaftsteile unseres Bundeslandes, in der Senne. Es wäre sehr töricht,  wenn wir diese Chance nicht nutzen würden! Dabei würde eine sachliche, saubere Information durch die beiden Förster im Nationalparkinformationsbüro in Bad Lippspringe eine wichtige Rolle spielen können, indem sie ein Gegengewicht zu den gezielten Desinformationskampagnen der Nationalparkgegner bildet. Der ehrenamtliche Naturschutz mit seinen begrenzten Mitteln kann diese Arbeit allein nicht leisten.       
                                                                                                                                                                                                                           
Fritz Buhr, 1. Vorsitzender des Gemeinnützigen Umweltschutzvereins Paderborn e. V. 
 

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