Zukunft für Nationalparkbüro

Pressemitteilung von pro grün


Wir begrüßen es, dass Umweltminister Johannes Remmel das Nationalparkbüro in Bad Lippspringe weiter bestehen lassen will und dies auch durch eine Erklärung seines Sprechers auf Anfrage der NW, veröffentlicht am 8.1.13, deutlich gemacht hat.
 

Nach dem vorläufigen Scheitern der Pläne zur Einrichtung eines Nationalparks im Teutoburger Wald wegen des Fehlens einer von der Fläche her verfügbaren Kulisse sollte es unstrittig sein, dass diese für die Senne durchaus vorhanden ist. Und man sollte zur Kenntnis nehmen, dass die Senne auch für sich allein vom Landesamt für Natur, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (LANUV) ebenso wie vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) als nationalparkwürdig nach dem Bundesnaturschutzgesetz anerkannt worden ist. So macht die Fortführung der Planung für einen Nationalpark in Ostwestfalen durchaus Sinn und die saubere Informationsarbeit für die Öffentlichkeit durch das Nationalparkbüro in Bad Lippspringe sollte so fortgeführt werden wie bisher, unbeeinflusst vom parteipolitischen Gezänk. Auch die Lage des Büros in Bad Lippspringe am Rande des Truppenübungsplatzes und damit des zukünftigen Nationalparks ist genau die Richtige.
Ein Nationalpark Senne würde allerdings, anders als der Sprecher des Ministers Wilhelm Deitermann es laut Pressebericht erklärt hat, immer noch mit 54,2 % überwiegend auf lippischen Gebiet liegen (38,2 % Krs. Paderborn, 7, 6 % Krs. Gütersloh).
Anders auch als der Paderborner Landtagsabgeordnete Daniel Sieveke behauptet, sollen die Briten nach einem kürzlich bekanntgewordenen internen Papier nicht frühestens 2018 abziehen; vielmehr soll nach diesem Papier der letzte britische Soldat bereits 2018 deutschen Boden verlassen haben - also nicht "erst in ferner Zukunft" sondern bereits in fünf Jahren! Auch über eine zukünftige Nutzung des derzeit von den Briten genutzten Truppenübungsplatzes Senne durch die Bundeswehr nach Abzug der Briten über den Standortsübungsplatz Stapel hinaus hat sich das Verteidigungsministerium durchaus nicht so eindeutig geäußert, wie es Daniel Sieveke CDU) und besonders Gudrun Kopp (FDP) immer wieder behauptet.
Hier klafft eine große Lücke zwischen parteipolitischen Wünschen und Vorstellungen einerseits und der realen militärischen Situation vor Ort in Augustdorf: Die Bundeswehr wird dort zur Zeit von 4.000 auf 2.400 Kräfte verkleinert. Dass die um 40 % verringerte Truppe - und ein Ende weiterer Reduzierung im Rahmen der Bundeswehrstrukturreform ist noch nicht abzusehen - plötzlich statt 560 Hektar (Stapel) nun zusätzlich 11.600 Hektar (Senne) benötigen sollte, ist alles andere als wahrscheinlich.
Paderborn, 9.1.13, gez. Fritz Buhr, Vorsitzender des Gemeinnützigen Umweltschutzvereins pro grün e. V. 

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